Büle – 16 -

Eine vertraeumte Geschichte, by Miki - 16 -

Eine vertraeumte Geschichte, by Miki - 16 -

(Büle – 1 -)     (Büle – 15  -)

Da stand Büle nun, mit einer winzig kleinen Hexe in einem Fläschchen in seiner Tasche, mit einer Eule, die auf dem hohen Küchenschrank hockte und ihn misstrauisch ansah, in einem Hexenschloss inmitten eines Hexenlands.

Also beschloss er sich erst einmal umzusehen und seinen nähere und weitere Umgebung zu erforschen. Da war das Schloss mit seinen vielen Gängen, Zimmern, Türmen und versteckten Winkeln ein aufregend geheimnisvoller Ort für einen neugierigen kleinen Jungen, so dass er Stunden damit verbrachte Treppen herauf und herunter zu laufen, Türen zu öffnen und zu schließen, herumzustöbern und vieles durcheinander zu bringen.

Hibu, die ihm natürlich in sicherem Abstand überall hin folgte bekam ein immer mulmigeres Gefühl bei dem Gedanken an Cloac, die es ganz und gar nicht mochte, wenn irgendwer seine Nase in ihre Dinge steckte und noch weniger, wenn dieser Jemand dabei alles in Unordnung brachte. Aber andererseits kam sie auf diese Weise auch endlich einmal in solche Zimmer des Schlosses, in die Cloac sie nie mitnahm und stets sorgsam verschlossen hielt. Und Hibu war immer schon brennend neugierig gewesen, was sich hinter all diesen geheimnisvollen Türen befand.

Nach der ausgiebigen Erkundung des Schlosses setzte sich Büle etwas erschöpft auf die Stufen einer Treppe und Hibu landete schwankend auf den Geländer daneben. Sie schaute ihn verstohlen aus den Augenwinkeln an, aber schon längst war ihr Mißtrauen ihm gegenüber einer Abenteuerlust gewichen. Und so dachte sie, es wäre jetzt endlich die günstige Gelegenheit den längst erträumten Rundflug über das Land zu machen. Natürlich hatte sie Cloac in der Flasche, die immer noch in Büles Tasche steckte, nicht ganz vergessen, aber sie beruhigte ihr Gewissen mit dem Gedanken, daß ihr wohl möglich während des Fluges eine Möglichkeit zur Befreiung einfiele.

Also breitete sie ihre großen Flügel ganz weit aus und flog los. Und daß sie dabei wie eine Fledermaus aussah, störte sie nicht im geringsten, denn sie hatte selbst nie Fledermäuse gesehen und konnte nicht wissen wie häßlich Fledermäuse aussehen. Und hätte sie es gewußt, hätte es sie wahrscheinlich auch nicht gestört, denn sie war eine weise Eule und wußte, daß es in manchen Fällen nicht auf die Schönheit ankäme, sondern auf die Wirksamkeit, und ihre große Flügel waren wahrhaftig sehr wirksam!

Als Büle sah, daß Hibu davonflog und ihm die Vorstellung so ganz allein mit einer Flaschenhexe in seiner Tasche in diesem Schloß zu bleiben, etwas unheimlich war, entschloß er sich Hibu zu folgen. Er rief hinter ihr her:

” Warte doch auf mich, bitte, warte! “

und rannte ihr nach. Hibu hörte ihn, dachte einen Augenblick lang daran, daß sie ja gar keinen Grund hätte auf ihn zu warten, dann aber fiel ihr wieder ein, daß Büle ihre geliebte Cloac in der Tasche hatte und man konnte nie wissen auf welche verrückten Ideen er kommen würde, wenn sie nicht aufpaßte. Sie seufzte vor sich hin, einmal mehr bereit sich zu opfern, dachte noch kurz „Immer ich!” und flog eine Warteschleife. Sie ärgerte sich ganz schön darüber, daß er nicht fliegen konnte, aber sie war weise genug darin auch die Vorteile zu erkennen, denn so konnte es ihm nie gelingen auch sie zu fangen und in eine Flasche zu sperren.

(Fortsetzung Montag 02 Maerz 2009)

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