Büle – 17 -

Eine vertraeumte Geschichte, by Miki - 17 -

Eine vertraeumte Geschichte, by Miki - 17 -

(Büle – 1 -)     (Büle – 16  -)

So befanden sich alsbald unsere drei Helden außerhalb des Schlosses, die Eule vorne in der Luft, Bülle hinter ihr her rennend auf der Erde und Cloac ordentlich durchgeschüttelt in ihrer Flasche drinnen in seiner Tasche.

Sie gingen immer gerade aus und Büle hatte bald nicht mehr die geringste Ahnung wo sie sich überhaupt befanden. Er wurde nur ein bißchen traurig als er irgendwann einmal zum Himmel empor schaute und sich plötzlich an die große gelbe Kugel erinnerte, die ihm damals am Himmel begegnete, und nun ganz blaß und gar nicht mehr so kugelig war und deren Augen hinter einem grauem Schleier versteckt lagen. Ich muß dazu sagen, daß Büle, bei der Landung auf dem Turm des Schlosses, einen derartigen Schock bekommen hatte, daß er dabei das Gedächtnis verlor und sich jetzt kaum noch an irgend etwas erinnern konnte, das vor der Landung geschehen war. Er wußte weder etwas von dem Flug auf dem Besen, noch von dem Zusammenstoß, weder etwas davon in einer Blase durch die Luft geschwebt zu sein, noch von den Land der aufgehenden Sonne. Aber als er den Mond da oben sah stieg ein wehmütiger Erinnerungsfunke in ihm auf, etwas das von ganz weit weg zu kommen schien.

Bülle verstand nicht warum er sich so fühlte, denn er wußte gar nichts von allen diesen Gefühlen, die Erdenwesen in ihrem Leben empfinden, wußte nichts von Freude, Traurigkeit, Sehnsucht, Liebe, Haß, oder Angst.
Er wußte nur, daß es ihm schon öfter ganz schrecklich gegangen war, zum Beispiel als er auf dem Tisch in seiner Blase eingeschlossen saß und Cloac ihn anstarrte, und vor allem als sie dann so entsetzlich schrie. Er erinnerte sich
weiterhin, wie er sich schon viel besser fühlte, als er ganz groß auf den Tisch hockte, erinnerte sich auch an den häßlichen Ausdruck auf dem Gesicht der Hexe, als sie wegrannte, oder in dem Augenblick in dem er die Flasche wieder verkorkte. Und jetzt, beim Anblick des Mondes spürte er, daß es ihm irgendwie anders ging, ohne sich allerdings zu fragen, was es denn sei und wieso und warum und woher und wohin.

Und während er noch so nachsann kam er plötzlich an eine Kreuzung. Bis jetzt war er immer nur hinter Hibu hergegangen, die querfeldein gerade aus flog und dabei natürlich nicht auf irgendwelche Wege achten brauchte. Nun aber war er an einer Stelle angelangt die etwas besonderes war und er hielt einen Moment lang inne. Hier stand ein Schild, das in vier verschiedenen Richtungen wies. Ein Schild aus vier Pfeilen und auf den Pfeilen waren sonderbare Zeichen geschrieben, die ein normales Erdenwesen, das auch lesen konnte, sofort als Norden, Westen, Osten und Süden erkannt hätte. Aber Büle war kein normales Erdenwesen und lesen konnte er sowieso nicht.
Hibu war auch nicht mehr weiter geflogen sondern hatte das Schild als günstige Gelegenheit einer Rast betrachtet und saß nun oben auf den Pfahl und blinzelte Büle ermunternd zu, gerade so als wolle sie sagen:

“Jetzt wähle du mal aus wie es weitergehen soll!”

(Fortsetzung Donnerstag 05 Maerz 2009)

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